Die Abwesenheit ist allerdings keine gute Strategie. „Die Kommunikation findet statt, ob Sie sich daran beteiligen oder nicht“, sagte Felix Holzapfel, Geschäftsführer der Medienagentur conceptbakery aus Köln. „Hier ist ein Prozess in Gang gekommen, den niemand mehr stoppen kann.“ Negative Kommunikation in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co ist eine der größten Ängste in der Logistikbranche. Manche Unternehmen ziehen daraus den Schluss, lieber nicht in diesen Medien präsent zu sein. Das zeigte sich beim Social Media Day, den die DVZ Deutsche Logistik-Zeitung Ende November in Hamburg veranstaltete. Die Abwesenheit ist allerdings keine gute Strategie. „Die Kommunikation findet statt, ob Sie sich daran beteiligen oder nicht“, sagte Felix Holzapfel, Geschäftsführer der Medienagentur conceptbakery aus Köln. „Hier ist ein Prozess in Gang gekommen, den niemand mehr stoppen kann.“ Gerade darum sei es notwendig, sich unvoreingenommen mit den sozialen Netzwerken auseinanderzusetzen und die Chancen für Kommunikation, Markenpflege, Firmenimage und Personalsuche zu sehen. Soziale Netze bieten die Möglichkeit, Menschen anzusprechen, die man über die klassischen Kommunikationskanäle nicht oder nur sehr schwer erreicht. Jens Stolze, Geschäftsführer der B2B Online Marketingagentur „creative360“, empfiehlt daher, einen Kommunikationsmix zu kreieren, der die Mittel der klassischen PR und des etablierten Marketings mit unkonventionellen Ideen und den immensen Möglichkeiten in Social Media kombiniert.
Den Druck durch soziale Medien bekam Lufthansa Cargo zu spüren. Die Tierschutzorganisation Peta hatte Anfang 2010 das Unternehmen aufgefordert, die Transporte von Hunden und Katzen zu Tierversuchen aus den USA in europäische Forschungszentren einzustellen. Innerhalb kürzester Zeit wurde über Facebook eine Massen-Mailing-Kampagne an den damaligen LH-Chef Wolfgang Mayrhuber gestartet, die schließlich dazu führte, dass Lufthansa auf die Forderungen der Tierschützer teilweise einging. „Die sozialen Medien bieten viele Chancen, bergen aber auch Risiken“, resümiert Nils Haupt, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Lufthansa Cargo. „Die enorme Geschwindigkeit, mit der Informationen verbreitet werden können, hat uns unter massiven Druck gesetzt.“ Denn Konzernkommunikation kann durch soziale Medien konterkariert werden.
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